Tanztalent Romeo im Interview: “Wir sind wie eine riesige Familie”
21. Februar 2012 | Von Junus Behr | Kategorie: Im Portrait, KulturRomeo - Junger Tänzer
Maooni: Hallo Romeo. Danke das du dir die Zeit für ein kurzfristiges Interview genommen hast. Du Tanzt ja schon ein paar Jahre, wieviele Jahre sind es denn genau?
Romeo: Kein Problem das mache ich gerne. Ich tanze eigentlich seit ich in Deutschland bin. (Anm. d. Red. 3 Jahre)
Und woher kommst du eigentlich genau?
Ich bin aus Togo, also in Lomé geboren und dort aufgewachsen. Und dann vor 3 Jahren bin ich nach Deutschland gekommen.
Und würdest du sagen das sich deine Afrikanische Herkunft im Tanzen wiederspiegelt, also in der Art und weise wie du Tanzt.?
Ja schon. Ich fühle mich ja auch noch zur Afrikanischen Kultur sehr hingezogen, denn ich lebe ja erst seit 3 Jahren hier. Ich werde nicht vergessen wo ich herkomme. Lass das auch in meine Art und weise, wie ich Tanze miteinfließen.
Hat dir das Tanzen auch geholfen sich zu Integrieren? Denn als Ausländer in ein neues Land zu kommen ist ja auch nicht einfach.
Naja, das kann man nicht so sagen. Ich bin ein offener Mensch. Ich spreche Leute auch offen und ehrlich an und sag ihnen meine Meinung. Klar, ist das Tanzen nicht von Nachteil, denn man kann immer wieder neue Kontakte bei Battles kennen lernen.
Deine Art und Weise wie du tanzt? Was genau für ein Stil tanzt du überhaupt, denn es gibt ja all zu viele?`Vor allem was du dabei fühlst wenn du tanzt würde mich interessieren?
Ja, es gibt wirklich viele Tanzstile. Ich tanze Krump, House, Hip Hop und Popping. Das gute daran ist, man kann von allem ein bisschen einfließen lassenl. Was ich dabei genau fühle ist echt schwer zu beschreiben. Ich würde es ein gefühl von Freiheit nennen. Denn das Tanzen, hilft mir auch meinen Stress für kurze Zeit zu vergessen. Es ist für mich eine Art Ausgleich zum Alltag. Von daher gehe ich sogar schon soweit, dass ich sage Tanzen ist ein Teil von meinem Leben. Um das beizubehalten trainiere ich ja auch 3-4 mal wöchentlich.
3-4 Mal wöchentlich?! Willst du später damit Geld verdienen?
Das ist nicht mein Ziel. Tanzen sollte immer Spaß machen, weil sonst hat es keinen sinn. Ich geh nicht ins Training um irgendwann Geld zu verdienen mit meinem Tanzen, sondern um mich Spaß zu haben. Klar würde es mich freuen wenn ich irgendwann mal die Chance bekomme Geld damit zu verdienen, aber das lasse ich ganz entspannt auf mich zukommen. Und wenn es nicht klappen sollte, ist es ja nicht so schlimm.
Das ist eine gute Einstellung. Doch wenn man irgendwann Geld damit verdienen will, führt kein weg an sogenannte "Battles" vorbei. Nimmst du daran Teil oder bist du eher der Typ, der auf der Straße tanzt?
Ja ich nehme schon an Battles teil. Dabei ist es egal wo das Battle ist. Hauptsache es ist gut. Ich fahr auch schon mal für ein Battle nach Frankreich. Dennoch Tanze ich auch auf der Straße. Ich brauche keinen Raum um zu üben. Je nach Lust und Laune fange ich an zu tanzen.
Und unter euch Tänzern… Seid ihr eine art Community die sich gegenseitig was beibringt oder eher Einzeltänzer?
Community triffts nicht ganz. Wir sind eine rießige Familie. Für mich ist jeder Tänzer so eine Art Familienmitglied. Denn nicht jeder auf der Welt Tanzt. Wenn man unter sich Probleme hat, kann man ihn direkt darauf ansprechen. Dennoch heißt das nicht das wir uns gegenseitig alles beibringen. Das sollte, finde ich, auch gar nicht so sein. Denn jeder Tänzer findet seinen eigenen Stil. Darum geht es auch. Nicht zu Kopieren, sondern seinen eigenen Stil zu finden und ihn stetig auszubauen. Klar hilft man sich gegenseitig, aber man macht nicht die gleiche Kombo.
Ah okey. Abschließend würde uns interessieren was sie von Tanzfilmen, wie z.B "Step up", halten.
Ich find das ist ein guter Film. Aber nicht weil da so gute Kombos eingebaut sind. Sondern, ich finde dieser Film spiegelt recht gut das Leben eines Tänzers. In der Realität gibt es auch gute und böse Tänzer. Unter Böse Tänzer meine ich Leute, die andere niedermachen, nur zu Battles gehen um Geld zu gewinnen.
Das Interview führte Junus Behr
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