„Primitive“ Schwarze gehören nicht in den Karneval!
21. Februar 2012 | Von H. DEPE TCHATCHU | Kategorie: AllgemeinFür afrodeutsche und afrikanische Familien ist es eine Zumutung, wenn Karnevalsgruppen sich als „primitive“ Schwarze verkleiden und bemalen. Schon Kinder ab drei Jahren fühlen sich von solchen Darstellungen irritiert und negativ berührt. Ihre Eltern geraten in Erklärungsnot.
„Was andere verletzt, ist nicht harmlos.“ Deshalb wenden wir uns an das Kölner Festkomitee, die Karnevalsvereine und Mitveranstalter/innen des Karnevals wie Schulen und Kindergärten mit dem dringenden Appell: Losst uns fiere – nit diskriminiere!
Wenn Karnevalist/innen sich schwarz bemalen, Baströckchen anziehen und Knochen ins Haar stecken beschwören sie unkritisch Bilder der Kolonialzeit herauf, mit denen Afrikaner/innen zu „anderen, primitiven, exotischen, naturverbundenen“ aber im Geiste weniger entwickelten Menschen konstruiert wurden, um Gewalt und Ausbeutung zu rechtfertigen. Diese Bilder sind nicht harmlos, auch wenn die Darsteller/innen „es nicht so meinen“.
Ebenso finden wir es inakzeptabel, dass Vereine auch im Jahre 2012 noch Namen tragen, in denen nach rechtskräftigen Beschlüssen deutscher Richter/innen beleidigende und ehrverletzende Bezeichnungen für Schwarze Menschen enthalten sind.
Sicherlich finden die angesprochenen Karnevalist/innen Namen und Motive, die andere nicht verletzen, um ihrer Lebensfreude Ausdruck zu geben. Damit ermöglichen Sie uns, zukünftig den Karneval ohne bitteren Beigeschmack mit zu feiern.
Quelle: Rheim-Main Online
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[...] aber andere Menschen verletzen. H. Depe Tchatchu schreibt hier, wie verletztend Verkleidungen als “primitive” Schwarze für Afrodeutsche [...]